Ein langer Weg zum Museum

Erfahren Sie hier die Entstehungsgeschichte des Rheinland-Pfälzischen Feuerwehrmuseums:

1999 Eröffnung der „Feuerpatsche Hermeskeil“
Am 17. April 1999 wurde das Feuerwehrmuseum „Feuerpatsche“ Hermeskeil nach fast 5-jähriger Aufbauarbeit offiziell eingeweiht, nachdem es bis zu diesem Zeitpunkt noch Feuerwehrmuseum im Aufbau hieß und bereits mehrmals im Jahr seine Türen für Besucher öffnete. Der Weg bis zur offiziellen Eröffnung dauerte  fast 10 Jahre und war nicht immer leicht. Herr Peter Höpgens, damaliger Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Deutscher Feuerwehrmuseen (AGFM) Regionalgruppe Mitte, verglich ihn bei seiner Ansprache mit dem Kopfsteinpflaster im Museumskeller, der Weg sei genauso „steinig, holprig und uneben“ gewesen.

1990 fing alles an
Im Herbst dieses Jahres bekam die Feuerwehr Hermeskeil ein TLF 15/48 (Magirus, Baujahr 1950) zurück, welches von 1950 bis 1961 in Hermeskeil Dienst tat und anschließend an eine Werkfeuerwehr im Saarland verkauft wurde. Anfang Dezember 1990 wurde begonnen, dieses Auto in der Hermeskeiler Feuerwache zu zerlegen und von Grund auf zu renovieren. Das man aus den vielen Einzelteilen dann bereits im März 1991 wieder ein funktionstüchtiges Tanklöschfahrzeug zusammengebaut hatte, war schon eine Leistung der gesamten Hermeskeiler Wehr. Hier spielte mit, dass man den Oldtimer gemeinsam mit dem neuen LF 16 der Bevölkerung an der Einweihung des LF präsentieren wollte.

Kontaktaufnahme mit der Arbeitsgemeinschaft Deutscher Feuerwehrmuseen
Im Sommer 1991 fand das gesamtdeutsche Feuerwehr-Oldtimertreffen in Dibbersen bei Hamburg statt. Hierzu meldeten sich fünf Hermeskeiler Kameraden mit dem TLF 15/48 an (Ernst Blasius, German Hark, Frank Speicher, Ferdinand Reichrat, Christoph Unger). Auch wenn es viele nicht für möglich hielten, schaffte es das alte Auto bis nach Hamburg und zurück. In Dibbersen kam dann auch der erste Kontakt mit Herrn Gerlach von der Arbeitsgemeinschaft Deutscher Feuerwehrmuseen (AGFM) zustande.

Als die Wehrmänner wieder daheim waren, scheint dieses Oldtimertreffen doch tiefere Spuren bei Ihnen hinterlassen zu haben. Beeindruckt von den vielen alten Gerätschaften wurde immer mehr der Gedanke geboren, dass man doch auch gerne ein Feuerwehrmuseum bauen wolle. Hinzu kam noch, dass im Zuge von Neuanschaffungen der freie Platz in der Hermeskeiler Feuerwache immer weniger wurde und so die Kutschen und weitere alten Geräte, die dort noch in der Fahrzeughalle gelagert wurden, ausquartiert werden mussten.

Nachdem man aufgeschrieben hatte, was man denn so alles an historischen Gerätschaften besitzt, wurde mit dem einen Auge nach einem Lagerplatz gesucht, während aber auch gleichzeitig mit dem anderen Auge nach einem passenden Gebäude für ein Museum Ausschau gehalten wurde. Zeitweiße befanden sich die Kutschen und alten Geräte verstreut in ganz Hermeskeil. Sie wurden untergestellt im alten Hochbehälter, in der mittlerweile zum Teil abgerissenen alten Hermeskeiler Brauerei, in einem ehemaligen Feuerwehrgerätehaus und an weiteren Stellen. Gleichzeitig machte man sich Hoffnung, dass man vielleicht eines der oben aufgeführten Gebäude als Museum umbauen kann. Es wurden sogar bereits die ersten Skizzen entworfen, doch es ergab sich nicht die Möglichkeit zum Umbau.

Durch den Kontakt zu Herrn Gerlach von der AGFM wurde es den Mitarbeitern des Feuerwehrmuseums 1994 ermöglicht, ihr altes TLF 15/48 auf der Fachmesse „Interschutz / Roter Hahn“ auszustellen. Hier kam es zu einem Zusammentreffen mit Helmut Schmidt aus Neuwied, welcher dieses Tanklöschfahrzeug im Jahr 1950 an die Hermeskeiler Amtsfeuerwehr verkaufte. Er hatte noch gute Erinnerungen an die Amtsfeuerwehr Hermeskeil, den damaligen Ortsbürgermeister Trösch und Amtsbürgermeister Harig. Herr Schmidt konnte sich in einem Gespräch mit Museumsleiter Ernst Blasius noch gut daran erinnern, dass das Hermeskeiler TLF 15/48 eines der ersten Tanklöschfahrzeuge an den Bahnstrecken Trier – Türkismühle und Hermeskeil – Morbach war.

Auf der Suche nach einer Bleibe
Auf der Suche nach einer festen Bleibe für das Museum kam man schließlich auf das verlassene Haus am Hermeskeiler Bahnhof. Der Feuerwehr war es durch etliche Lösch-  und Atemschutzübungen bereits hinlänglich bekannt. Hausbesitzer war Herr Groß, ein Makler aus Hamburg. Dessen Grundstück- und Hausverwalter in Hermeskeil erlaubte 1995 nach Rücksprache mit Herrn Groß, dass die Hermeskeiler Kameraden ihre Geräte in dem Haus unterstellen können. In der Hoffnung, nun endlich ein Haus für ein Museum gefunden zu haben, begannen bereits einige Wehrmänner die Gerätschaften nicht nur abzustellen, sondern in einer Art Ausstellung auf die verschiedenen Räume zu verteilen.

Der nächste Schritt war dann im Sommer 1996. Wieder einmal fuhr man mit dem alten TLF 15/48 auf ein Feuerwehr – Oldtimertreffen Richtung Norden, diesmal nach Zeven zwischen Bremen und Hamburg. Da es nicht mehr weit bis Hamburg zu Herrn Groß  war, wollte man persönlich mit ihm in Kontakt treten. So kam es, das der damalige Hermeskeiler Wehrführer Ernst Blasius zusammen mit Christoph Unger zu Herrn Groß fuhren. Ebenso war Herr Gerlach von der AGFM bei diesem in freundlicher Atmosphäre stattfindendem Gespräch im Garten von Herrn Groß bei Kaffee und Kuchen dabei. Herr Groß erklärte sich weiterhin gerne dazu bereit, den Hermeskeiler „Feuerwehrhistorikern“ sein Haus zur Verfügung zu stellen. Er war der Ansicht, dass Feuerwehrmänner zuverlässige, ordentliche Leute seien, denen er gerne helfen möchte. „Man solle halt die Straße kehren und im Winter den Schnee räumen“, war seine Bitte.

Während nun die Stadt Hermeskeil in Verhandlungen mit Herrn Groß zur Übernahme des Hauses trat, wurde in dem Haus fleißigst gearbeitet. Es galt ja nicht nur, dass Haus wieder in einen schönen optischen Zustand zu versetzen, gleichzeitig musste es auch als Museum umgebaut werden. Da man am Beginn nur ein altes Haus mit alten Feuerwehrgeräten hatte, konnte man damit bei kaum jemandem finanzielle Mittel zur Unterstützung locker machen. So waren die Hermeskeiler Kameraden auf sich und ihr handwerkliches Geschick gestellt. Nachdem erst einmal die alten Tapeten abgerissen worden waren konnte mit der Restaurierung begonnen werden. Baute jemand in seinem Privathaus eine neue Decke ein, wurde die alte dort ausgebaut und im Museum eingebaut. Der eine Wehrmann bezahlte mal einen Eimer Farbe, der andere einen Sack Gips. So langsam nahm das Museum Gestalt an, auch wenn es oft schwer war, das richtige Material zur richtigen Zeit zu organisieren, denn finanziellen Mittel waren so gut wie keine vorhanden.

Vitrinen wurden selbst gebaut aus alten Fenstern, die eine Hermeskeiler Fensterfirma ausbaute und zur Verfügung stellte. So konnten dann auch die wertvollen Geräte, die anfangs auf alten, ausgemusterten Schultischen oder den Tischen, die die Hermeskeiler Jugendherberge zur Verfügung stellte, da sie umgebaut wurde, endlich hinter Glas sicher aufbewahrt werden. Neben den Arbeiten im Museum wurden immer noch Pumpen und andere Geräte restauriert, so zum Beispiel ein altes LLG (Leichtes Löschgruppenfahrzeug, heute LF 8), welches baugleich zu einem Fahrzeug ist, dass 1943 in Hermeskeil in Dienst gestellt wurde und 1945 von den durch Hermeskeil durchziehenden amerikanischen Streitkräften mitgenommen wurde.

Das Museum wurde immer wieder geöffnet, auch wenn es „nur“ Feuerwehrmuseum im Aufbau hieß. Besonders großen Zuspruch erhielt es immer im Herbst, wenn am Bahnhof der Hermeskeiler Bauernmarkt stattfand.

Die Feuerpatsche eröffnet
Am 17. April 1999 war es dann endlich soweit, das Museum wurde nun auch offiziell eröffnet und trug nun den Namen „Feuerpatsche“. Ernst Blasius, erster Museumsleiter des Feuerwehrmuseums sagte, bei der Namensfindung habe er an die alten Feuerpatschen gedacht, die 1978 beim Umzug vom Feuerwehrhaus am Rathaus in die neue Feuerwache gefunden wurden. Fast wären sie damals weggeschmissen worden, doch er habe sie auf Seite geräumt und irgendwie haben sie die über 20 Jahre seitdem überstanden, bis auch sie nun eine feste Bleibe im Feuerwehrmuseum gefunden haben.

Anfänglich war das Museum eine Art „Museum der Feuerwehr Hermeskeil“, da hauptsächlich Geräte aus der eigenen Wehr ausgestellt wurden. So nach und nach vergrößerte sich aber die Sammlung, und immer mehr Geräte aus ganz Deutschland und sogar dem Rest der Welt werden dem Besucher präsentiert. Das Museum wuchs an auf drei Etagen mit einer Gesamtausstellungsfläche von ca. 300 m.

Neben dem Museum am Bahnhof gab es noch ein Lager in der Fabrikhalle der ehemaligen Firma Söntgen im Hermeskeiler Industrie- und Gewerbegebiet Grafenwald. Hier wurden die Oldtimer untergestellt, da für diese im Museum kein Platz war.

Immer wieder wurde von Seiten der Museumsmitarbeiter darauf hingearbeitet, auf der freien Fläche neben dem Museum eine Halle entstehen zu lassen, um auch endlich die Oldtimer dort ausstellen zu können. Da der Bau einer Halle nicht mehr von den Museumsmitarbeitern ehrenamtlich und auf eigene Kosten getragen werden konnte, wie der Rest des Museums bisher, war man auf Unterstützung angewiesen. Die Museumsmitarbeiter organisierten es sogar, dass im Herbst 2003 von Studenten der FH Trier, Fachbereich Bauingenieurwesen unter Leitung von Prof. Dr.-Ing. Tino Schatz Konstruktionspläne für einen Hallenbau angefertigt wurde. Doch leider konnte trotz aller Bemühungen der Feuerwehrhistoriker niemand dazu bewegt werden, dieses Projekt zu unterstützen oder finanzieren.

Rückschlag – das Museum verliert seine Bleibe
Im Herbst des Jahres 2006 kam der große Schock für die Museumsmitarbeiter. Nach 16 Jahren ehrenamtlicher Arbeit musste ihr Museum am Bahnhof wegen Brandschutzauflagen geschlossen werden. Der anfängliche Schmerz saß tief, doch auch nach diesem Rückschlag wollte man noch nicht aufgeben. Um wenigstens den Museumsbetrieb aufrechterhalten zu können, wurde die bisher als Lager genutze Halle im Industriegebiet als Museum genutzt. Natürlich wurde auch hier unter besonderem Einsatz von Museumsleiter Ernst Blasius alles mit viel Fachkenntnis und Herz hergerichtet, so dass es schon eine recht ansehnliche Ausstellung wurde.

Doch der starke Durchhaltewillen trotz aller Rückschläge hat sich dann letztendlich doch gelohnt. Nachdem man zwischenzeitlich daran gedacht hatte, das Museum in die Ende 2006 geschlossene Hochwaldkaserne zu verlagern, was jedoch scheiterte, richtete sich das Augenmerk auf das leerstehende und sich in einem unansehnlichem Zustand befindliche Haus des ehemaligen Heimatmuseums am Neuen Markt.

Der Neubau  wird beschlossen
Mit Unterstützung von Innenminister Bruch und dem Vorsitzenden des Landesfeuerwehrverbandes Rheinland-Pfalz, Otto Fürst wird nun daran gearbeitet, hier ein neues, anspruchsvolles Museum entstehen zu lassen. Hierzu wurde am 28. August 2007 ein Förder- und Trägerverein gegründet, der das neue Museum, welches im Besitz der Stadt Hermeskeil sein wird, betreibt.

Die Zusammenarbeit mit dem Landesfeuerwehrverband Rheinland-Pfalz wurde in den letzten Jahren immer weiter intensiviert. Leider war es nicht möglich, den Status eines Landesmuseums zu erhalten, doch offiziell darf das Feuerwehrmuseum Feuerpatsche Hermeskeil sich nun Rheinland-Pfälzisches Feuerwehrmuseum Hermeskeil nennen, was auch ein Zeichen für die überregionale Bedeutung des Museums ist.

In seiner Sitzung am 13. April 2010 stimmte der Hermeskeiler Stadtrat unter dem Vorsitz von Stadtbürgermeister Udo Moser grundsätzlich für den Neubau des Feuerwehrmuseums. 3,66 Millionen Euro soll dieses Projekt kosten. Der Innenminister des Landes Rheinland-Pfalz, Karl-Peter Bruch, sagte der Stadt bei seinem Besuch am 19. März 2011 zu, dass das Land das Projekt mit 65 % bezuschusse.  Die Gastronomie ist hiervon ausgenommen. Der Hermeskeiler Stadtrat vergab daraufhin in seiner Sitzung am 29. März 2011 die Aufträge (Architekt, etc.) für die weitere Planung des Museums.

Stadtbürgermeister Udo Moser, der auch seit Herbst 2011 Vorsitzender des Fördervereins ist, engagiert sich stark für den Neubau des Museums und ebnet so den politischen Weg zur Realisierung dieses Vorhabens.

Am 10. Juli 2012 führten u.a. Staatssekretärin Heike Raab und Stadtbürgermeister Udo Moser den Spatenstich für den Neubau durch. Die Planung der Erlebnisausstellung führte das Kölner Büro dreiform durch. Im Zusammenhang mit der neuen, interaktiven Erlebnisausstellung trägt das Museum ab der Neueröffnung den Namen feuerwehr erlebnis museum und Rheinland-Pfälzische Feuerwehrmuseum Hermeskeil noch im Untertitel.

Die dem Museum angeschlossene Gastronomie „Hermeskeiler Hof“ öffnete am 5. Dezember 2013. Das Museum wurde am 10. April 2014 feierlich eröffnet.